Änderungen der EnEV 2014 im Vergleich zur EnEV 2009

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Transparenz für Mieter und Käufer, bessere Werte für den Neubau, 30 Jahre alte Heizkessel müssen erneuert werden Am 1. Mai 2014 ist die neue Energieeinsparverordnung in Kraft getreten. Bei den Neubauten treten gravierende Änderungen erst 2016 in Kraft. Diese wären eine Verschärfung der primärenergetischen Anforderungen (Gesamtenergieeffizienz) um 25 Prozent sowie eine 20 prozentige Reduzierung der Wärmeverluste an Außenbauteilen (Fenster, Wände, Dach, etc.) von neu gebauten Wohn- und Nichtwohngebäuden. Diese Forderung kann durch den Einbau besserer Dämmstoffe erfüllt werden.

Bei den Altbauten gilt seit dem 1. Mai 2014 die Austauschpflicht für alte Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben werden. Kessel, die nach dem 01.01.1985 eingebaut wurden, müssen nach 30 Jahren außer Betrieb genommen werden. Wurden die entsprechenden Heizkessel vor 1985 eingebaut, dürfen diese schon ab 2015 nicht mehr betrieben werden. Ausnahmen gelten für Niedertemperatur- und Brennwertkessel.

Bei Ein- und Zweifamilienhausbesitzern, die am 1. Februar 2002 in ihrem Haus mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben, gelten die Anforderungen nur dann, wenn es seit dem 1. Februar 2002 einen Eigentümerwechsel gab. Die Frist zur Erfüllung der Pflichten beträgt dann zwei Jahre. Das heißt, jeder, der jetzt ein Haus käuflich erwirbt, hat zwei Jahre Zeit, die Maßnahmen zu erfüllen. Des Weiteren gilt, dass oberste Geschossdecken, die nicht die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz erfüllen, ab 2016 gedämmt sein müssen. Die Forderung ist erfüllt, wenn das Dach darüber gedämmt ist oder den Mindestwärmeschutz erfüllt. Es gibt aber Ausnahmen von den Austausch- und Nachrüstverpflichtungen: Ein Kesseltausch, die Dämmung von Heizungs-und Warmwasserrohren oder der obersten Geschossdecke muss nicht durchgeführt werden, wenn diese Maßnahmen unwirtschaftlich sind, das heißt, wenn "die Aufwendungen durch die eintretenden Einsparungen nicht innerhalb angemessener Frist erwirtschaftet werden können".

Eine weitere Änderung betrifft den Energieausweis. Neu eingeführt werden die Energieeffizienzklassen im Energieausweis für Wohngebäude und eine Neuskalierung des Bandtachos bis zu einer Energiekennzahl von 250. Die Skala reicht von "A+" bis "H", dabei entsprechen A und B künftigen Neubaustandards. Dies erleichtert die Einschätzung von Immobilien für den Käufer oder Mieter maßgeblich und ist deutlich präziser als die aktuell noch gültige Farbskale (rot bis grün). Jeder Energieausweis wird mit einer Registriernummer versehen und erfasst, um Stichprobenkontrollen durchführen zu können. Für Wohngebäude mit weniger als fünf Wohnungen, für die vor dem 01. November 1977 ein Bauantrag gestellt worden ist und die nicht den Anforderungen der Wärmeschutzverordnung vom 11. August 1977 entsprechen, ist der Bedarfsausweis seit 01. Oktober 2008 Pflicht. Bei allen anderen Gebäuden wird der Verbrauchsausweis erstellt. Künftig müssen im Falle des Verkaufs oder der Vermietung von Wohnungen oder Gebäuden in Immobilienanzeigen verpflichtend bestimmte Angaben aus dem Energieausweis genannt werden. Liegt ein Energieausweis mit der Darstellung einer Energieeffizienzklasse vor, so muss die entsprechende Einstufung auch veröffentlicht werden. Zudem muss in einer Zeitungsanzeige die Art des Energieausweises aufgeführt werden. Da es zwei verschiedene Energieausweise gibt, müssen diese auch dem entsprechend benannt werden. Des Weiteren muss der Energieträger ersichtlich sein, wie zum Beispiel Gas oder Öl. Auch die Angabe des Baujahres gehört zu den Pflichtangaben  in einer Annonce. Diese neuen Regelungen gelten sowohl für private Vermieter beziehungsweise Verkäufer als auch für Makler. Ausgenommen sind lediglich private kostenfreie Kleinanzeigen (zum Beispiel am Schwarzen Brett im Supermarkt).
Ein Verstoß kann ab dem 1. Mai 2015 mit einem Bußgeld bis zum 15.000 Euro geahndet werden.

Nähere Informationen zur EnEV2014 und den Änderungen zum Energieausweis bekommen Sie unter der Telefonnummer 235-3605 der Stadt Oldenburg.